Die Olive blieb (un)gepflückt
Mon, Aug 4, 2008
Wenn man Sie bei einem Quiz fragen würde, ´welche Pflanze wird genau so oft in der Bibel, als auch in Teilen der uralten ägyptischen Zivilisation und der griechischen Mythologie erwähnt?´, gäbe es nur eine Antwort. Natürlich handelt es sich um die Olive, eine Pflanze aus dem Lied, nach dem dieser Post benannt wurde, die bereits seit Jahrhunderten ein unvermeidbares Ernährungselement auf den mediterranen Tischen darstellt.
Die Olive zählt zu den ältesten Nahrungsmitteln, die Pflanze ist seit über fünf tausend Jahren bekannt und man geht davon aus, dass sie aus Kreta stammt. Sie breitete sich sehr schnell in alle Richtungen aus; Richtung Griechenland, Ägypten, Kleinasien, Palästina… Ihre Frucht wird heute auch als Öl zur Ernährungsergänzung, zum Braten, Würzen von Speisen, sowie zu medizinischen Zwecken benutzt.
Früher wurde es auch bei heiligen Ritualen benutzt, als Lampenöl, zur Massage von Königen, als Geld, zum Einölen von Babys und Sterbenden sowie für den Glanz von Diamanten.
Istrien ist das nördlichste Gebiet in Europa, in dem die Olive gelingt, und mit ihr verbindet man zahlreiche interessante Geschichten, Mythen und Legenden. Das istrische Olivenöl hat einen langen historischen Weg hinter sich, und wenn wir dabei von den eigentlichen Anfängen des Olivenanbaus in diesen Gegenden sprechen, sollte erwähnt werden, dass zur Zeit des Römischen Reiches das beste Olivenöl gerade in Istrien hergestellt wurde. Es handelte sich um ein Äquivalent des heutigen nativen Olivenöls Extra, “Oleum ex albis olivis”. Die Herstellung dieses Öls kontrollierte der Kaiser persönlich, interessant ist dabei auch die Angabe, dass alle römischen Kaiser eigene Olivenhaine in Istrien besaßen.
Ebenfalls wird es im ersten römischen Kochbuch von Apcius erwähnt, aber auch Galen, bekanntester Arzt des Römischen Reiches, hat darüber geschrieben. Die überzeugendste Schrift jedoch hinterließ Martial – der römische Epitaph-Autor, der seine Faszination über sein heimatliches Cordoba „perfekt, wie Öl aus Istrien“ beschrieb.
Als besondere Sehenswürdigkeit sollte hervorgehoben werden, dass auf den Brijuni-Inseln immer noch ein „lebendiger“ Olivenbaum aus der damaligen Zeit steht, 1650 Jahre alt, der heute noch Früchte trägt!






by: Tomislav Kovac