Klänge Istriens
Mon, Jun 23, 2008
„Rozenice, mih, surle“ (Blasinstrumente)… Diese autochthonen Musikinstrumente sind seit Generationen die erste und einzige kreative Ausdrucksmöglichkeit für viele Generationen istrischer Jungs. Die handgefertigten Unikate haben einen unschätzbaren kulturellen, traditionellen und emotiven Wert, sie sind ein starkes Symbol dieser Gegend. Der musikalische Ausdruck als Ventil und Erholungsmoment des istrischen Bauern… vom schweren Leben geprägt durch Arbeit, Sorge und Familienverantwortung von klein auf, einem Leben mit der Erde und für die Erde… Die Klänge der „rozenice, mih, surle“ wecken heute noch Assoziationen und die alten Bräuche sterben nie aus.
Früher hallten diese Klänge auf den istrischen Weiden und Hängen der Berge Ucka i Cicarija wider, heute übermitteln wir einen Bruchteil der Tradition und der istrischen Authentizität.
„Rozenice“
„Rozenice“ („sopile, sopele“) sind ein altes traditionelles oboenähnliches Instrument. Charakteristisch für die „rozenice“ sind das doppelte Schlagzäpfchen aus Schilf und der Konus, ein kegelartiges Mundstück aus mehreren Holzstückchen.
„Rozenice“ haben einen sehr intensiven Klang und werden immer paarweise gespielt (groß und klein). Dazu wird oft gesungen. Sehr interessant ist die das gleichzeitige Spiel der „rozenice“ und „surle“ oder „rozenice“ und „mih“.
Hören Sie sich die „rozenice“ der Komposition “Matinjada” in der Ausführung von Dinko i Josip Miletic an. Die Aufnahme stammt aus dem Archiv von Renato Pernic, Liebhaber, Sammler und Popularisator istrischer Originalmusik.
„Mih“
Das istrische „mih“ besteht aus einem Ziegenledersack, einem Blasrohr, einem Halter und einem Mundstück. An der linken Mundstückseite sind fünf Löcher zur Auswahl, wobei zwischen dem dritten und vierten Loch ein Abstand ist, d.h. hier ist das Loch zu oder besteht nicht, und auf der rechten Seite sind drei Löcher zur Auswahl.
Gerade diese Anordnung der Auswahllöcher macht das Musizieren des istrischen „mih“ spezifisch und anders als andere.
Hören Sie sich das „mih-Spiel“ in der Ausführung von Josip Jelcic an.
„Surle“
Die istrischen „surle“ sind zwei getrennte Mundstücke aus Holz, oben mit einem Halter verbunden, wodurch die Luft ausgeblasen wird und der gleichzeitig als Schutz des Mundstücks aus Schilf dient.
Das Musizieren auf den „surle“ ist zweistimmig, und wegen ihrer Lautstärke wurden sie hauptsächlich als Tanzinstrument benutzt.
Hören Sie sich an, wie die „surle“ im „Hirtenspiel“ (“Pastirska svirka”) klingen. Ausführer ist Bozo zgomba.






by: Tomislav Kovac